Sonntag, 7. Juli 2013

Ilse Aigner ist sich keiner Schuld bewusst (Teil 2)

Dies ist die Fortführung des Artikels: http://goo.gl/p5Qo8




Nun der Haken: Das Institut Infratest dimap hat gar nicht die Zustimmung zum bestehenden "1 plus 4"-Modell der Regierung abgefragt. Tatsächlich sind die Angaben für Zucker, Fett und Salz in der Umfrage farblich unterlegt - grün, orange und rot. Just mit jenen Ampelfarben also, die Aigner so vehement ablehnt, da sie angeblich zu stark vereinfachen und den Konsumenten in die Irre führen würden.
Im Klartext: Aigner macht mit einer Umfrage gegen die Ampel Stimmung, die im Kern die Vorteile der farblichen Kennzeichnung belegt. Sie argumentiert mit einer Studie, die für sie eigentlich unerfreuliche Ergebnisse gebracht hat. Dazu kommt: In der Infratest-Umfrage geben 55 Prozent der Befragten sogar an, die farbliche Gestaltung beeinflusse konkret ihr Einkaufsverhalten.

Industrie warnte Seehofer vor Umschwenken

Horst Seehofer überlegte im Frühjahr 2008 tatsächlich, das "1 plus 4"-Modell farblich zu unterlegen, was bei der Lebensmittelindustrie prompt für Entsetzen sorgte. In einer Pressemitteilung vom 30. Mai 2008 warnte der Lobbyverband Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) den Minister vor einem Umschwenken. Der BLL stellte die Studienergebnisse in Frage und bezeichnete die farbliche Kennzeichnung als verwirrend und wissenschaftlich nicht haltbar: "Sie gibt falsche Signale und ist eine Täuschung der Verbraucher."
Im Oktober 2008 wurde Ilse Aigner Seehofers Nachfolgerin. Für sie kam weder das Ampelmodell in Frage noch die farbliche Kennzeichnung des "1 plus 4"-Modells. Stattdessen setzte sie auf das"1 plus 4"-Modell in Reinform. Doch für die öffentliche Diskussion rund um dieses Siegel führte Aigner stets die Umfrage ihres Vorgängers an.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch sieht in Aigners Verhalten eine systematische Fehlinformation der Bürger. "Wir erwarten, dass sie das richtigstellt", sagt Foodwatch-Sprecher Martin Rücker. Die Ministerin habe viele Bürger enttäuscht, die sich für die Lebensmittelampel ausgesprochen hätten. "Und dann verkehrt sie eine solche Umfrage noch ins Gegenteil. Das ist wirklich dreist."#

"Nichts Falsches gesagt"

Im Verbraucherministerium ist man sich dagegen keiner Schuld bewusst. Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte eine Sprecherin, man habe mit der Umfrage doch nur die Zustimmung zum "1 plus 4"-Modell belegen wollen. Und wie passt das mit der farblichen Unterlegung in der Umfrage zusammen? "Man kann Umfragen ja unterschiedlich auslegen. Die Ministerin hat nichts Falsches gesagt."
Das vielleicht nicht. Aber sie habe die Umfrage schon sehr verkürzt dargestellt, sagt die Grünen-Abgeordnete Nicole Maisch. Sie wirft Aigner vor, gegen die Ampel zu argumentieren, um die Industrie zu schützen. "Dazu passt, dass die Umfrage offenbar so konzipiert wurde, dass möglichst gute Ergebnisse herauskommen." Und diese habe Aigner dann zu ihren Gunsten ausgelegt.
Derzeit verhandeln die Minister der EU-Mitgliedsländer über eine europaweite Verordnung für die Lebensmittelkennzeichnung. Dort könnte sich Aigner tatsächlich für ein farblich gestaltetes Modell einsetzen - wenn sie denn wollte. Doch davon ist nicht auszugehen.

#
Frau Aigner stellt sich nun also doch gegen die Bürger - so jemanden würde ich persönlich abwählen wollen.
Ich stelle mich gerne als Kandidat auf!!!

Hier der LINK zu Teil 1


Follow me on Facebook